Versteckte Kosten bei Girokonten: Worauf achten?

Weniger Geld durch hohe Kosten
© pathdoc / Fotolia

Viele Banken werben mit einem kostenlosen Girokonto. Allerdings ist dabei in der Regel nur die Kontoführung gebührenfrei. Es können bei der Nützung des Girokontos (versteckte) Kosten anfallen, welche mitunter die Ersparnisse der Kontoführungsebgühren wieder zu nichte machen.

Mogelpackung bei „kostenlosen“ Girokonten

In Deutschland gibt es rund 100 Millionen Girokonten. Das Bankkonto wird für alltägliche Zahlungseingänge benötigt. Die gute Nachricht: Einige Banken bieten kostenfreie Girokonten an. Leider verbirgt sich häufig eine Mogelpackung hinter diesen Angeboten.

Als Verbraucher müssen Sie prüfen, ob das Girokonto tatsächlich kostenfrei ist. Hierfür sehen Sie sich die wichtigsten Leistungen an. Oftmals wird nur eine gratis Kontoführung angeboten. Für zusätzliche Services berechnet die Bank unnötige Gebühren. Unter dem Strich können sich die Zusatzkosten zu einem hohen Betrag summieren.

Generell können Sie die Gebühren im Preisverzeichnis Ihrer Bank nachlesen. Werfen Sie auch einen Blick aufs Kleingedruckte, wenn Sie ein vermeintlich attraktives Angebot entdecken. Es können Bedingungen oder Einschränkungen bestehen. Vermeiden Sie teure Kostenfallen, indem Sie die folgenden Punkte aufmerksam durchgehen.

Diese versteckten Kosten sind zu beachten

Zuerst sollten Sie Ihre Bedürfnisse prüfen. Nur wenige brauchen ein teures integiertes Wertpapierdepot oder eine zweite Kreditkarte. Mit Extra-Leistungen überladene Angebote sollte man entsprechend mit Vorsicht genießen.

Die Kosten lassen sich in mehrere Blöcke unterteilen:

1. Kontoführung:
Auch ein kostenloses Angebot kann Gebühren verursachen. Das ist der Fall, wenn die Kontoführung an Bedingungen geknüpft ist. Manchmal wird ein bestimmter Mindestgeldeingang vorausgesetzt. Dies können 600 Euro oder mehr pro Monat sein. Eventuell ist die kostenfreie Kontoführung auf 12 Monate beschränkt. Besonders bei speziellen Angeboten wie dem Girokonto für Schüler oder Studenten bestehen Einschränkungen. Direkt nach dem Studium werden Kontoführungsgebühren fällig.

2. Täglicher Einsatz:
Für Zahlungen stellen Banken eine Girocard bzw. EC-Karte aus. In der Regel fallen hierfür keine Ausgaben an. Eine Partnerkarte kann zwischen 10 und 30 Euro im Jahr kosten. Der größte Kostenblock sind Einzahlungen und Abhebungen. Oftmals ist die Anzahl der Einzahlungen beschränkt. Das können 3-5 Verfügungen pro Quartal sein. Anschließend wird ein kleiner Eurobetrag pro Einzahlung berechnet. Ähnlich verhält es sich bei Abhebungen. Gewöhnlich können Sie bankeigene Automaten kostenfrei nutzen. Bei Fremdbanken fällt eine Auszahlungsgebühr an.

3. Überziehungszinsen:
Wenn Sie das Konto überziehen, müssen Sie mit Gebühren rechnen. In erster Linie wird der Dispo beansprucht. Zinsabweichungen von über 5% sind keine Seltenheit. Obendrein erlauben manche Banken eine kurzfristige Überziehung des Girokontos. Die Zinsen fallen deutlich höher als beim klassischen Dispolimit aus.

4. Kreditkarte:
Praktisch jede Bank bietet eine Kreditkarte zum Girokonto an. Hier können sich versteckte Ausgaben ergeben. Häufig wird im ersten Jahr auf eine Jahresgebühr verzichtet. Dafür schlägt das zweite Jahr mit 10 bis 60 Euro zu Buche. Es kann ein Mindestumsatz notwendig sein, damit die Plastikkarte kostenfrei bleibt. Generell sollten Sie bei Kreditkarten die Kosten für den Auslandseinsatz (Bargeld im Ausland und Fremdwährungsentgelt) vergleichen.

5. Online Banking:
Immer mehr Menschen nutzen Online Banking. Aus Sicherheitsgründen ist das TAN-Verfahren per SMS zu empfehlen. Um eine Überweisung zu legitimieren, schickt Ihnen das Institut eine SMS mit einer TAN zu. Pro SMS kann ein bestimmter Centbetrag anfallen. Zusätzliche Kosten ergeben sich durch Kontoauszüge oder Überweisungen in Papierform.

Typische versteckte Kosten auf die man achten sollten:

  • Mindestgeldeingang notwendig
  • begrenzte Anzahl an Überweisungen
  • teure Partnerkarten für Familie
  • TAN per SMS Service
  • Anzahl der Einzahlungen beschränkt
  • teure Abhebungen bei Fremdbanken
  • hohe Dispositionszinsen
  • Kartengebühr für Kreditkarte (ab dem 2. Jahr, Mindestumsatz erforderlich)
  • teure integriete Aktiendepot
  • Kontoauszüge in Papierform
  • Papierüberweisungen

Niedrige Gebühren werden zur Kostenfalle

Überraschung über versteckte Kosten
© fotomek / Fotolia

Auf dem Papier sieht der Dispo günstig aus. Wer eine Woche im Minus ist, zahlt einige Euro. Bleibt es bei dieser Woche, ist das nicht weiter schlimm. Nutzen Sie den Dispo jedoch öfters, summieren sich teure Zinsen zu einer hohen Summe.

Ähnlich verhält es sich bei Automatengebühren. Eine Auszahlung bei einer Fremdbank kann einige Euro kosten. Einmalig ist das nur ein geringer Betrag. Heben Sie alle paar Wochen bei Fremdinstituten ab, ergibt das am Jahresende dreistellige Mehrausgaben. Prüfen Sie auch die Konditionen Ihrer Kreditkarte.

Denken Sie daran: Niedrige Gebühren, die auf dem Papier „harmlos“ wirken, können sich im Alltag schnell als teuer erweisen!

Fazit

Informieren Sie sich, welche Kosten im Rahmen des Girokontos anfallen. Dabei kommt es darauf an, welche Leistungen Sie wirklich benötigen. Vor der Kontoeröffnung sollten Sie sich das Preisverzeichnis aufmerksam durchlesen. Dann werden Sie nicht von versteckten Kosten überrascht.