Kreditzinsen: Die Entwicklung in 2020

Entwicklung der Kreditzinsen
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Des einen Leid ist des anderen Freud: Wenn sich Sparer über Mini-Zinsen auf Tages- und Festgeld ärgern, freuen sich Kreditnehmer über günstige Kreditzinsen. 2019 ging es sogar noch einmal minimal nach unten. Welche Entwicklung lässt sich für 2020 erahnen?

Faktoren für die Kreditzinsentwicklung

  • Leitzins der Europäischen Zentralbank (EZB)
  • Bonität der Darlehensnehmer
  • Konkurrenz für Banken und Darlehensnehmer
  • gesamtwirtschaftliche Entwicklungen

Leitzins der EZB

Der Leitzins der EZB bestimmt, zu welchem Prozentsatz sich die Banken Geld von der Zentrale in Frankfurt leihen können. Hier gilt: Je tiefer dieser Wert ist, desto niedriger sind auch die Kreditzinsen. Schließlich geben die Finanzinstitute ihre Kosten in Gestalt der EZB-Zinsen an die Darlehensnehmer weiter.

Der Leitzins liegt seit geraumer Zeit bei null Prozent. Banken, die ihr Geld bei der EZB lagern und nicht etwa als Kredite ausgeben, müssen sogar einen Strafzins bezahlen. Deshalb fielen beispielsweise die Durchschnittszinsen auf Kredite mit einer Laufzeit von zehn Jahren von knapp 1,9 Prozent im Januar 2019 auf etwa 1,49 Prozent im Januar 2020. Die EZB hat angekündigt, bis Mitte 2020 nichts an derzeitigen Sätzen zu ändern – vermutlich auch darüber hinaus. Durch den Leitzins dürften sich die Kreditzinsen in diesem Jahr deshalb nicht ändern.

Bonität der Darlehensnehmer

Der konkrete Zinssatz für einen Kredit hängt fast immer wesentlich von der Bonität des Darlehensnehmers ab. Unter dem Fachbegriff ist die „Kreditrückzahlungsfähigkeit“ einer Person zu verstehen. Je besser diese ist, desto niedriger ist der Zinssatz – schließlich ist das Risiko für die Bank geringer. Im Jahr 2019 hat sich die Bonität der Deutschen insgesamt verbessert. Die Lage am Arbeitsmarkt war weiterhin positiv. Die private Verschuldung ist seit Jahren nicht nur stabil, sondern sogar leicht sinkend. Die Gehälter stiegen leicht. Die Kreditzinsen gingen deshalb trotz des stabilen Leitzinses in 2019 leicht nach unten.

Für 2020 ist eine weitere Steigerung der deutschen Bonität zu erwarten. Die Reallöhne werden inflationsbereinigt vermutlich um 1,3 bis 1,5 Prozent steigen. Die Verschuldung sinkt dagegen weiter. Die Kreditzinsen könnten deshalb weiter fallen.

Konkurrenz für Banken und Darlehensnehmer

ZInsen auf Geld
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Sowohl die Banken wie auch die Darlehensnehmer haben mit Konkurrenten zu kämpfen, wenn es um Kredite geht. Beispielsweise befinden sich die sogenannten „Peer-to-Peer“-Darlehen (P2P-Kredite) seit einigen Jahren im Aufwind. Hier vergeben Privatpersonen die Kredite. Sie haben dabei zumeist laschere Regeln als die Banken. Die Geldhäuser müssen mit niedrigeren Zinsen kontern.

Die Kreditnehmer konkurrieren ihrerseits mit anderen Anlagemöglichkeiten für die Banken wie Staatsanleihen oder sonstige Darlehensformen wie Immobilienfinanzierungen. Je lukrativer diese Alternativen sind, desto höher steigen die Zinsen.

Die gute Nachricht für die Kreditnehmer: Ihre Konkurrenz war 2019 nicht sonderlich profitabel und dürfte es auch 2020 nicht sein. Dafür strömen immer mehr Akteure auf den Kreditmarkt als Geldgeber, weil hier im Gegensatz zum klassischen Anlagemarkt noch Renditen erreicht werden können. Die starke Konkurrenz dürfte auch in diesem Jahr eher für fallende Zinsen sorgen.

Die gesamtwirtschaftliche Entwicklung

Kreditzinsen sind ein Korrektiv für die gesamtwirtschaftliche Entwicklung. In Boom-Zeiten sind sie relativ hoch, um einer zu hohen Verschuldung entgegenzuwirken. In schlechten Zeiten fallen sie, um den Konsum anzuregen und die Wirtschaft zu fördern. Die Wirtschaftswissenschaft geht allerdings in den meisten Modellen davon aus, dass schwache Zeiten zumeist mit einer hohen Verschuldung Hand in Hand gehen. Die Zinsen dürften deshalb eigentlich nie extrem tief sein, weil sie ihre Korrektivfunktion behalten.

Wir leben diesbezüglich in einer Ausnahmesituation: Die gesamtwirtschaftliche Situation ist für das Jahr 2020 eher schwach, zugleich ist aber die Verschuldung niedrig. Dies gilt gleichermaßen für die privaten wie für die öffentlichen Haushalte. Die Kreditzinsen erhalten deshalb gleich einen doppelten Anreiz, nicht nur niedrig zu bleiben, sondern vielleicht noch weiter zu sinken.

Unsicherheiten in der Prognose

Die wirtschaftliche Entwicklung wird von den Eindrücken des Brexits und der Handelskonflikte der USA mit China sowie Europa geprägt. Gibt es hier Veränderungen, könnte dies die Kreditzinsen beeinflussen. Der Immobilienmarkt ist zudem stark aufgeheizt. Als die letzte Blase im Jahr 2008 platzte, führte dies zu einer weltweiten Bankenkrise. Auch hier gibt es deshalb Risiken.

Fazit

Insgesamt gilt, wenn keine der Unsicherheiten greifen: Die Kreditzinsen dürften das ganze Jahr 2020 sehr niedrig bleiben. Vielleicht fallen sie sogar noch weiter. Dies ist wahrscheinlicher als ein Anstieg. Wer derzeit einen Kredit aufnehmen möchte, trifft deshalb weiterhin auf ein dankbares Angebot.

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