Kreditkartengebühren verteuern Flugtickets: Bis zu 10 Euro pro Flug

Ob Kurz- oder Langstreckenflug – zahlreiche Billig-Airlines werben mit einer unkomplizierten und vermeintlich sehr preiswerten Online-Buchung. Dass Billig-Angebote häufig mit hohen Servicekosten verbunden sind, ist nur bei wenigen Anbietern sofort erkennbar. So gibt es insbesondere hinsichtlich der Kreditkartengebühren immer wieder teure Überraschungen.

Hohe Zusatzgebühren mittlerweile alltäglich

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Sowohl Billig-Airlines als auch traditionelle Fluggesellschaften stellen ihren Kunden und Passagieren derzeit oftmals Kreditkarten- und Buchungsgebühren in Rechnung. Die Kreditkartengebühren betragen dabei bis zu 10 Euro pro Flug und gelten in der Regel für alle üblichen Karten. Die Buchungsgebühren liegen für Online-Tickets bei bis zu 15 Euro. Für den Ticketkauf am Flughafenschalter werden oftmals bis zu 45 Euro berechnet.

Nur wenige Fluglinien verzichten auf diese attraktiven Einnahmequellen oder ermöglichen die kostenfreie Zahlung mit bestimmten Kreditkartentypen. Viel mehr stellen sie ihre realen Kosten nur unzureichend dar und locken Verbraucher mit einem sehr niedrigen Grundpreis. Dabei wird oftmals erst mit Beendigung der Buchung oder bei Rechnungsstellung deutlich, welche zusätzlichen Servicekosten anfallen.

8 bis 10 Euro pro Flugbuchung an der Spitze

Ein Überblick der Gebühren für Kreditkartenzahlungen bei den verschiedenen Fluglinien, liefert die folgende Tabelle. Gerade Billig-Airlines, wie EasyJet, Germanwings oder Ryan Air greifen tief in die Tasche ihrer Kunden:

Gesetzgeber verpflichtet zur kostenfreien Alternativen

Auch wenn seit 2008 Fluggesellschaften mit Sitz in der EU dazu verpflichtet sind, ihre Angebote inklusive aller anfallenden Kosten deutlich anzuzeigen, ist dies nicht immer die gängige Praxis. So fallen neben Kreditkartengebühren auch oftmals voreingestellte Reiseversicherungen bei der Online-Buchung an. Diese können oftmals nur manuell vom jeweiligen Verbraucher umgangen werden.

Seit 2010 sind die Fluggesellschaften seitens des Deutschen Bundesgerichtshofes auch dazu angehalten, kostenfreie Alternativen für gebührenpflichtige Kreditkartenzahlungen anzubieten. Diese werden oftmals in Form eines Lastschriftverfahrens oder der Gebührenfreiheit für spezielle Kartentypen ermöglicht. Dabei erweisen sich die Alternativen bei einigen Online-Portalen der Billig-Airlines nicht sehr verbraucher- und bedienerfreundlich. Ein Umstand, gegen den ein Verbraucher im Streitfall vorgehen kann.

Alternativen häufig an Bedingungen geknüpft

Die gebührenfreie Akzeptanz von speziellen Kreditkarten und das Lastschriftverfahren per Onlinebanking gehören derzeit zu den häufigsten kostenfreien Zahlungsmöglichkeiten der Airlines. Insbesondere das Lastschriftverfahren ist dabei an bestimmte Bedingungen geknüpft. Diese werden von der jeweiligen Fluggesellschaft unterschiedlich gestellt. So binden beispielsweise KLM, Ryanair und Germanwings das Lastschriftverfahren an eine Buchungsfrist von bis zu 14 Tagen vor dem geplanten Abflugdatum. Um sich die Gebühren für die Kartenzahlung zu sparen, sind somit oftmals frühzeitige Buchungen von Flugtickets unumgänglich.

Weitere Kostenfallen bei Flugtickets

Neben den Kreditkartengebühren sollten Verbraucher auch auf weitere möglicherweise versteckte Kosten achten. Zum „Zusatzgebühren-Dschungel“ zählen dabei unter anderem:

  • zusätzliche Gepäckgebühren
  • Reiseversicherungen
  • Reiserücktrittversicherungen
  • Stornogebühren
  • sowie Sitzplatz-Reservierungsgebühren

Da diese insbesondere bei Online-Buchungen nicht transparent genug dargestellt sind, ist es sinnvoll vor Bestätigung der Buchung, die AGB’s bzw. die gestellte Kostenaufstellung gründlich durchzulesen und den zu zahlenden Betrag genau zu prüfen. Denn teilweise stimmen Angebot und Endpreis nicht mehr überein.