Kreditkarten Vergleich der Stiftung Warentest 2018

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Fast deutschen Banken bieten heute Kreditkarten an. Doch welche Angebote sind wirklich empfehlenswert? Dieser Frage ist die Stiftung Warentest 2018 nachgegangen. Eine Zusammenfassung des Vergleichs finden Sie hier.

Prinzipielles Ergebnis: Kreditkarten-Angebote in Deutschland sind schwach

Die Stiftung Warentest nahm für ihren Vergleich 23 Kreditkarten der größten deutschen Banken unter die Lupe. Sie hatte hierfür zwei „Modell-Kunden“ erdacht: erstens einen begeisterten Online-Shopper, der jährlich 2500 Euro auf Plattformen wie Amazon oder Ebay ausgibt – und noch einmal 500 Euro im stationären Handel. Zweitens einen Reisenden, der im Nicht-EU-Ausland Urlaub macht, hier mit der Kreditkarte Geld am Automaten zieht und seine Einkäufe bezahlt.

Das generelle Ergebnis des Kreditkartenvergleichs lautet: Die Offerten sind schwach. Und dies gilt für beide Modell-Kunden gleichermaßen.

Als Beispiel: Lediglich die Abrechnung der Visa-Karte der DKB erhielt mit der Note 2,2 das Prädikat „gut“. Gleich zwei Abrechnungen wurden jedoch mit „mangelhaft“ (4,7) bewertet – die der Targobank und der Consorsbank. Bei der Targobank wurden die Gebühren versteckt. Bei der Consorsbank mangelt es an Spalten, Zahlen rutschen nicht erklärbar umher und Zahlvorgänge waren nicht nachvollziehbar.

„Revolving Credit“ als Kostenfalle

Die Stiftung Warentest bemängelte zudem bei vielen Anbietern den sogenannten „Revolving Credit“ als Kostenfalle. Dabei handelt es sich um ein System, bei dem größere Beträge in monatlichen Teilzahlungen abgebucht werden. Was noch offen ist, wird jedoch verzinst – und zwar mit bis zu 23% p.a..

Was laut Stiftung Warentest viele Nutzer nicht wissen: Bei zahlreichen Kreditkarten ist der „Revolving Credit“ voreingestellt. Die Karteninhaber tappen entsprechend in die Kostenfalle.

Zu hohe Gebühren bei Kreditkarten von Hausbanken

Keine hohe Meinung hatte die Stiftung Warentest auch über die Kreditkarten-Angebote der klassischen Hausbanken – also der Sparkassen und Volksbanken. Hier seien die Jahresgebühren deutlich zu hoch. Diese bewegen sich zwischen 20 und 30 Euro pro Jahr – und dies, obwohl viele kleinere Banken sogar kostenlose Kreditkarten offerieren.

Nutzung von Geldautomaten kann teuer werden

Rund um die Nutzung von Geldautomaten erbrachte der Kreditkarten-Vergleich der Stiftung Warentest ebenfalls kein schmeichelhaftes Bild für die meisten Anbieter. Im Inland ist das Geld abheben zwar meistens umsonst, allerdings nicht im Ausland. Hier werden in der Regel 2% bis 3% Gebühren fällig – zumindest aber ein Pauschalbetrag von häufig wenigstens fünf Euro. Wer außerhalb des Euro-Raums Geld am Automaten ziehen möchte, muss weitere Kosten einplanen. Eine Zusatzgebühr von 1,75% ist weit verbreitet.

Welche Kreditkarten empfiehlt Stiftung Warentest?

Von ganzem Herzen empfiehlt die Stiftung Warentest keine Kreditkarte. Für den Reisenden sei die Visa-Karte der DKB am besten geeignet, wenn der Nutzer kein Problem habe, mit dem Girokonto zu dieser Bank umzuziehen und monatlich wenigstens 700 Euro auf die entsprechende Bankverbindung fließen würden. Ebenfalls für Reisende grundsätzlich geeignet sei die Barclaycard New Visa, so die Tester weiter. Hier müsse allerdings der voreingestellte „Revolving Credit“ rückgängig gemacht werden.

Für den Online-Shopper empfiehlt die Stiftung Warentest grundsätzlich ebenfalls die Kreditkarte der DKB. Wer kein Girokonto neu eröffnen wolle, solle zur ICS Visa World Card greifen. Allerdings ist auch bei dieser die Teilzahlungsfunktion voreingestellt – und sollte entsprechend schnellstmöglich rückgängig gemacht werden.

Die Stiftung Warentest verweist zudem auf ihren Kreditvergleich aus dem Jahre 2017 und merkt an, dass ein Befund von damals noch immer Gültigkeit habe: Karteninhaber sollten ihre derzeitige Kreditkarte unbedingt mit anderen Angeboten vergleichen. Ersparnisse bis zu 180 Euro pro Jahr seien auf diese Weise möglich.