Eine Bank mit günstigen Dispozinsen (& Gebühren) finden

Dispozinsen sparen
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Dispozinsen sind generell im Vergleich zu anderen Kreditformen ausgesprochen hoch. Dennoch oder gerade deshalb lohnt ein gezielter Vergleich des Gebühren und Dispozinsen.  Der richtige Recherche-Ansatz führt zielsicher zu günstigeren Angeboten.

Gebühren und Filialsystem: Zwei Beobachtungen als generelle Orientierungshilfe für die Recherchen

Wie sich generell Girokonten mit günstigen Dispozinsen finden lassen, ergibt sich aus zwei bemerkenswerten Beobachtungen der Experten der Stiftung Warentest (Quelle). Diese sind den Fachleuten erstaunlicherweise in dieser Deutlichkeit nicht selbst aufgefallen:

  1. Gebührenfreie Konten haben in der Regel einen niedrigen Dispozins. Bei geringen Gebühren kann der Zinssatz dagegen ausgesprochen hoch ausfallen
  2. Direktbanken bieten immer günstigere Zinsen als Filialbanken – auch, wenn es auf den ersten Blick nicht so erscheint

Problem: Alle Dispozinsen sind online abrufbar – aber oft unverständlich

Seit 2010 hat sich die Gesetzeslage für den Dispokredit drastisch geändert. Die Banken wurden zu deutlich mehr Transparenz verpflichtet. Eigentlich sollte dies bei der Recherche nach einem günstigen Angebot helfen. Dies ist faktisch jedoch nur teilweise richtig. Die Banken sind zwar den Auflagen nachgekommen. Allerdings bedienen sie sich teilweise einer so unverständlichen Sprache, dass der Durchschnittsmensch das Angebot nicht einschätzen kann.

Banken müssen ihre Dispozinsen transparent veröffentlichen. Sie wählen hierfür das Internet: Alle 1285 deutschen Banken, die von der Stiftung Warentest überprüft wurden, haben den Zinssatz im Netz publiziert. Der eigene Internet-Zugang reicht deshalb eigentlich für die Recherchen nach einem günstigen Angebot. Allerdings ist es unerlässlich, einige Fachbegriffe zu verstehen, die gängig verwendet werden. Ein Laie beispielsweise ist nicht in der Lage, den Unterschied zwischen dem Dispo, der Überziehung und einer geduldeten Überziehung zu erklären.

Früher war der Dispo der eingeräumte Kreditrahmen. Die Überziehung war die Summe, über die ein Kontoninhaber über den Dispo hinausgehen durfte. Inzwischen hat sich dies geändert: Dispo und Überziehung sind Synonyme zueinander geworden. Heute ist die geduldete Überziehung das, was früher die Überziehung war. Aus diesem Grund ist die geduldete Überziehung teurer als der Dispo.

Leider sind diese drei Begriffe nur einige Beispiele für die unverständliche Sprache, die einige Banken wählen. Die Stiftung Warentest erklärt, dass sie mehrere Angebote deshalb nicht einmal für gesetzeskonform hält. Für die Recherchen gilt: Wer ein Angebot nicht versteht, sollte es nicht annehmen!

Gebühren richtig einschätzen: Premium-Konten schaffen Verwirrung

Dispokredit sparen
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Die Dispozinsen von Direktbanken bewegen sich zwischen 6% und 8%. Auf dem Papier erscheint es so, dass einige Filialbanken mit diesen Werten konkurrieren können. Beispielsweise hat die Sparkasse Staufen Breisach bei ihrem Premiumkonto den Zinssatz von 2018 zu 2019 von 12,15% auf 7,75% gesenkt (Quelle). Die Gebühren sind für dieses Konto-Modell allerdings so hoch, dass es für Kunden günstiger wäre, ein anderes Konto zu nehmen und den höheren Zinssatz zu akzeptieren.

Diesen Trick nutzen viele Finanzinstitute: Sie bewerben ein besonders teures Premiumkonto mit sehr günstigen Dispozinsen. In allen Fällen führen die Banken laut der Tester aber auch Angebote mit geringeren Gebühren und höheren Zinsen, die unter dem Strich günstiger sind. Die Premium-Konten sollten deshalb für die Recherchen ausgeblendet werden.

Für die richtige Einschätzung der Gebühren gilt:

  1. Hohe Gebühren sind immer schlecht
  2. Mittlere Gebühren sind Anzeichen für hohe Dispozinsen
  3. Gebührenfreie Konten gehen meistens mit einem niedrigeren Dispozin Hand in Hand
  4. Gebührenfreie Konten werden vor allem von Direktbanken angeboten

Fazit

Wer auf niedrige Dispozinsen sowie möglichst kleine Gebühren Wert legt, sollte eine Direktbank wählen. Hier sind die Chancen am größten, wirklich günstige Angebote zu finden. Wer eine Filialbank nutzen möchte, sollte nicht auf das Lockangebot der Premiumkonten hereinfallen. Generell gilt: Jeder Zinssatz über 10% ist zu hoch (auch bei Filialbanken). Die jährlichen Kontoführungsgebühren sollten zudem keinesfalls 60 Euro übersteigen.