Gehaltskonto

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Griokonten die (u.a.) für Zahlung bzw. den Empfang des Gehalts genutzt werden, nennt man auch Gehaltskonten. Durch den regelmäßigen und hohen Geldeingang genießen Gehaltskonten bei den Banken häufig sehr gute Konditionen und bieten viele Extra-Leistungen.

Was versteht man unter dem Gehaltskonto?

Heute wird der Begriff als Synonym zu „Girokonto“ verwendet, jedoch mit der Auflage, dass ein gewisser Mindestgeldeingang dafür erforderlich ist. Da das Gehaltskonto eben dazu dient, das Arbeitnehmergehalt zu erhalten, sollte dieser keine Hürde darstellen.

Zwangsläufig notwendig ist solch ein Konto sowieso, denn die Lohntüte, wie sie in früheren Jahrzehnten genutzt wurde, kommt heute nicht mehr zum Einsatz. Stattdessen überweisen Arbeitgeber das Gehalt beziehungsweise den Lohn direkt auf das Konto der Angestellten, von wo aus dann auch weitere Kosten wie Miete und Co. gebucht werden.

Das Gehaltskonto ist also ein reines Girokonto. Andere Konten wie Sparbücher oder Tages- und Festgeldkonten fallen nicht unter diesen Begriff. Folglich ist das Gehaltskonto gleichermaßen auch das heutzutage am weitesten verbreitete Konto.
Welche Leistungen mit diesem von Seiten der Bank aus erbracht werden, kann sich je nach Geldhaus und Konto unterscheiden. Für alle, die ein Gehaltskonto eröffnen möchten, ist es aber unbedingt angeraten, den Konditionen eine ausreichend hohe Beachtung zu schenken.

Mehr zu den Konditionen, Kostenstrukturen und generellen Bedingungen

entspannter Geschäftsmann
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Das Gehaltskonto kann wahlweise auf einen einzelnen Kontoinhaber eingetragen sein oder als Gemeinschaftskonto geführt werden, auf dem dann beide Partner ihr Gehalt erhalten und gemeinschaftlich über die komplette Summe verwalten.

Zu den Leistungen, die eine Bank in Verbindung mit dem Gehaltskonto gewährt, zählen unter anderem:

  • mindestens eine MaestroCard beziehungsweise EC-Card für Geldabhebungen und bargeldloses Zahlen
  • die Möglichkeit über Internet- oder Mobile-Banking Transaktionen und Bankgeschäfte zu erledigen
  • das Ausstellen von Kontoauszügen in Papier- oder digitaler Form

Hinsichtlich der weiteren Leistungen, Kostenstrukturen und Konditionen können zwischen den Konten und Geldhäusern erhebliche Unterschiede bestehen. Das zeigt sich beispielsweise anhand der Kontoführungsgebühr. Einige Banken erheben diese pauschal, bieten aber unterschiedliche Modelle an, je nachdem ob man primär Online- oder klassisches Banking betreibt. Andere Banken wiederum erlassen die Kontoführungsgebühr, sofern ein regelmäßiger Mindestgeldeingang verbucht werden kann. Wiederum andere erlassen sie pauschal immer. Für angehende Kontoinhaber ist es natürlich wünschenswert, wenn möglichst gar keine Kontoführungsgebühr erhoben wird. Bei den Gehaltskonten, die sich an Jugendliche, Azubis und Studenten mit erstem Gehalt richten, entfällt die Kontoführungsgebühr für gewöhnlich sowieso.

Außerdem kann die Bank, muss aber keinen Dispokredit gewähren. Das ist komplett von der Bonität des Kontoinhabers abhängig. Wer ein ausreichend hohes, regelmäßiges Gehalt auf dem Gehaltskonto verbuchen kann, erhält für gewöhnlich aber auch einen moderaten Betrag, der bei Bedarf frei ausgeschöpft werden kann – das Rating in der deutschen Schufa fließt in die Bewertung ebenso mit ein.
Eine weitere typische Leistung widmet sich den Kreditkarten. Sie werden heutzutage auch in Deutschland immer häufiger als Alternative zur EC-Karte und dem Bargeld genutzt. Mitunter ist eine Kreditkarte von Visa oder Mastercard kostenfrei im Gehaltskonto erhalten. Dann würden sich weitere Argumente für die Entscheidung eines spezifischen Kontos bei der ausgewählten Bank ergeben.

Wer sich ein neues Gehaltskonto eröffnen möchte, sollte sich im Vorfeld also einen weitläufigen Überblick über den Markt, seine Teilnehmer und die Konditionen dieser machen. Speziell der Verzicht auf Kontoführungsgebühren sowie Gebühren für TANs und Buchungen sind vielen Kunden wichtig. Ebenso wird die Vergabe einer Kreditkarte heute also immer verständlicher erachtet. Für diese selbst kommt es natürlich zu weiteren Kriterien zur Beurteilung, so beispielsweise ob diese besonders günstige Abhebungen oder gar kostenfreies Banking im Ausland ermöglicht beziehungsweise ob attraktive Cashback-Angebote offeriert werden.

Gehaltskonten als vollwertige Girokonten für das klassische Banking

Angestellte im Unternehmen
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Speziell durch das Aufkommen der Direktbanken sind viele Restriktionen gefallen, die in der Vergangenheit in Verbindung mit den Gehaltskonten standen. So können diese mittlerweile für gewöhnlich auch Selbständige, Freiberufler und mitunter sogar Kleingewerbler eröffnen. Letztere müssen gegebenenfalls aber darauf achten, dass sie einen eventuell vorgeschriebenen Mindestgeldeingang erfüllen. Anderenfalls könnte ein eigentlich kostenfreies Gehaltskonto plötzlich mit Gebühren verbunden sein.

Heutzutage wird das Gehaltskonto in der Praxis wie ein vollwertiges Girokonto gehandhabt. Aus diesem Grund finden sich diese Konten auch bei so ziemlich jeder Bank, wobei sich die Konditionen, wie im vorherigen Abschnitt erläutert, teilweise erheblich unterscheiden können.

Interessierte haben dennoch den Vorteil, dass sie so aus einem möglichst breitgefächerten Angebot die Bank und das Konto wählen können, was am ehesten den individuellen Bedürfnissen gerecht wird. Zu beachten ist in diesem Zusammenhang unter anderem:

  • wird primär Online- oder Mobile-Banking betrieben oder ist man auf ein dichtes Filialnetz angewiesen
  • wie wichtig wird die Kreditkarte gewertet und benötigt man für diese auch attraktive Konditionen im EU-Ausland
  • welcher Bedeutung wird dem Dispokredit zugemessen, denn diese entscheidet darüber, ob dafür attraktive Zinsen ebenso in die Entscheidung einfließen
  • erwartet man besondere Angebote oder Vergünstigungen, zum Beispiel in Form von Cashback beziehungsweise regionalen Angeboten

Nicht zuletzt muss der Mindestgeldeingang berücksichtigt werden. Wird dieser angegeben, geht die Bank für gewöhnlich von einer oder zwei festen Überweisung(en) im Monat aus. Das wäre dann das Gehalt, was der Arbeitgeber überweist. Normalerweise sind Mindestgeldeingänge von Banken bewusst niedrig angesetzt, um keine potentiellen Interessenten zu vergraulen. Dennoch sollte sich jeder potentielle Kontoinhaber vorab vergewissern, dass dieser tatsächlich erfüllt wird. Ohne solch einen Mindestgeldeingang kann das Konto normalerweise zwar immer noch eröffnet werden, es ist dann aber mitunter teurer, da nicht mehr alle Positionen gebührenfrei sind oder die Kosten generell höher festgesetzt werden.

Insbesondere deshalb, weil das Gehaltskonto als vollwertiges Girokonto für klassisches Banking genutzt wird, angefangen bei verschiedenen Verträgen und Abbuchungen bis hin zu Mietzahlungen und Co., sollte es mit Bedacht gewählt werden. So garantieren sich Interessierte selbst, dass sie mit dem Konto sowie den damit verbundenen Leistungen rundum zufrieden sind und das darauf eingehende Gehalt nicht erst auf andere Konten überweisen müssen.

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