Das richtige Girokonto für Schüler

Gruppe von Schüler
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Während der Schulzeit eröffnen die meisten Menschen ihr erstes Girokonto. Kinder und Teenager lernen auf diese Weise den richtigen Umgang mit Geld. Sie können beispielsweise gezielt sparen. Bei der Auswahl des richtigen Girokontos für Schüler sind jedoch einige Punkte zu beachten.

Grundsätzlich: Eltern sind bevollmächtigt

Einige Eltern machen sich Sorgen, dass sie keinen Einblick in das Girokonto ihrer Kinder haben könnten. Dies ist höchstens bei volljährigen Schülern der Fall. Ansonsten gilt: Eltern sind bei allen Konten stets bevollmächtigt. Sie agieren als gesetzliche Vertreter. Dies bedeutet, dass kein Schüler ein Girokonto ohne die Zustimmung seiner Erziehungsberechtigten eröffnen darf. Zugleich können Eltern jedes Konto zu jeder Zeit einsehen. Sie haben außerdem das Recht, die Bankverbindung aufzulösen.

Tatsächlich bieten einige Banken bereits technische Lösungen, um den weiten Einblicksbefugnissen der Eltern gerecht zu werden. Diese können beispielsweise bei jeder Kontobewegung per Mitteilung auf dem Handy benachrichtigt werden. Die Erziehungsberechtigten haben bei der Auswahl des passenden Girokontos für Schüler so die Wahl: Sie können ein Angebot aussuchen, bei dem sie zu jeder Zeit die volle Kontrolle haben. Sie können aber auch die Heranwachsenden weitgehend eigenverantwortlich handeln lassen.

Keineswegs ist es allerdings so, dass die Eltern die eigentlichen Konto-Inhaber sind. Die Bankverbindung „gehört“ dem Schüler. Dies ist dann relevant, wenn jener volljährig wird. Damit erlöschen sämtliche Kontrollrechte der Erziehungsberechtigten. Dies wäre nicht der Fall, wenn die Eltern die eigentlichen Konto-Inhaber wären.

Ein Girokonto für Schüler muss kostenlos sein

Schüler verbuchen zumeist keine regelmäßigen Geldeingänge auf ihrem Girokonto. Ihre Bankverbindung sollte deshalb kostenlos sein. Dies ist praktisch bei jedem Anbieter der Fall. Allerdings gibt es einige Banken, bei denen das Konto kostenpflichtig werden kann, wenn der Schüler die Volljährigkeit erreicht. Gerade bei Abiturienten kann dies zum Problem werden. Bei der Auswahl des Girokontos sollte deshalb gezielt darauf geachtet werden, dass dies nicht der Fall ist.

Der Dispo: Durch die Hintertür möglich

Eigentlich dürfen Girokonten für Schüler keinen Dispo aufweisen, wenn die Heranwachsenden noch nicht volljährig sind. Es handelt sich um einen Kredit und Darlehen sind in Deutschland erst ab Vollendung des 18. Lebensjahres möglich. Früher ließ sich dieses Problem durch eine Unterschrift der Eltern umgehen. Diese „genehmigten“ damit den Kredit.

Heute geht es nicht mehr ganz so einfach: Eltern müssen automatisch als Bürgen auftreten, um einen Dispo auf einem Girokonto für Schüler zu ermöglichen. Rechtlich ist allerdings umstritten, ob selbst das genügt. Möglicherweise wird diese Option in Zukunft generell verboten.

Die meisten Banken lehnen den Dispo für Schüler deshalb selbst mit Eltern-Bürgschaft ab. Einige Girokonto-Anbieter sind kulanter und gestatten beispielsweise 50 Euro als erste Hilfe. Dies könnte sich beispielsweise als nützlich, wenn der Schüler nachts überraschend ein Taxi benötigt. Es ist an den Eltern zu entscheiden, ob sie ihren Kindern diese Möglichkeit geben möchte. Komplett ausgeschlossen ist der Dispo nicht.

Die Frage nach den Karten

Schülerin am Laptop
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Schüler bekommen vor allem deshalb ein Girokonto, um sich mit Bargeld versorgen zu können. Kostenlos sollte deshalb eine EC-Karte enthalten sein. Eine klassische Kreditkarte ist nur bei volljährigen Schülern möglich. Minderjährige können allerdings eine Prepaid-Karte buchen, die über Guthaben arbeitet. Diese kostet in der Regel eine jährliche Gebühr, ist aber empfehlenswert. Durch den Guthaben-Charakter besteht volle Kostenkontrolle. Die Kreditkarte eignet sich als Zahlungsmittel z.B. bei Kursfahrten ins Ausland. Ältere Schüler, die verantwortungsvoller mit Geld umgehen können, sollten in jedem Fall ein Konto haben, bei dem eine solche Karte gebucht werden kann.

Überweisungen solltenkostenlos sein

Schüler nutzen ihr Girokonto immer häufiger dazu, um Überweisungen zu tätigen. Freunde schicken sich beispielsweise kurzfristig Geld für Konzertkarten oder den Einkauf für eine Party. Inlandsüberweisungen sollten deshalb prinzipiell kostenlos sein. Bei Auslandsüberweisungen kommt es auf den konkreten Fall an: Heranwachsende, die in einer Grenzregion leben und vielleicht eine internationale Schule besuchen, sollten kostenfrei Überweisungen ins Ausland tätigen können. Allerdings existieren nur wenige Angebote, bei denen dies möglich ist.

Der Leistungskatalog sollte flexibel sein

Insgesamt gilt: Der Leistungskatalog des Girokontos für Schüler sollte sich flexibel anpassen lassen. Eine gute Bank zollt beispielsweise der Möglichkeit Rechenschaft, dass der Schüler für ein Jahr ins Ausland geht und sich dort auch kostenlos mit Geld eindecken muss. Irgendwann ist die Schulzeit zudem beendet: Die Bankverbindung sollte sich dann problemlos in ein vollwertiges Girokonto für Erwachsene oder in eines für Studenten umwidmen lassen.

Als Fazit gilt so: Wer ein Girokonto für Schüler sucht, sollte stets daran denken, dass sich die Anforderungen schnell ändern können. Dem sollte das Konto gerecht werden.

Weitere hilfreiche Ratgeber:
Die richtige Kreditkarte für Schüler

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