
Unterkonten gliedern das Girokonto in mehrere „Fächer“ – für Miete, Urlaub oder Rücklagen. Bei den meisten Direktbanken kosten sie nichts extra. Der Unterschied, der wirklich zählt, steht aber selten im Werbetext: Hat das Unterkonto eine eigene IBAN oder ist es nur ein interner Topf?
Wer bisher ein zweites Girokonto nur zur besseren Übersicht geführt hat, kann sich damit oft die doppelte Kontoführung sparen. Ob das Unterkonto den zweiten Kontowechsel wirklich ersetzt, hängt aber genau von dieser einen technischen Eigenschaft ab.
Ein Unterkonto ohne eigene IBAN ist ein Etikett auf dem Kontoauszug – ein Unterkonto mit eigener IBAN ist eine vollwertige Bankverbindung, auf die Gehalt, Miete oder Daueraufträge direkt laufen können.
| Merkmal | Angabe |
|---|---|
| Funktion | Unterkonten (Pockets, Spaces, Töpfe) zum Hauptgirokonto |
| Kosten pro Jahr (ca.) | Meist 0 €; bei Nichtnutzung teils 5–10 € Pauschale, bei Filialbanken teils 24–60 € |
| Typische Voraussetzung | Bestehendes Girokonto bei einer Bank, die Unterkonten anbietet |
| Größte Falle | Unterkonto ohne eigene IBAN mit einem echten Zweitkonto verwechseln |
| Bei welchen Kontomodellen üblich | Vor allem Direktbanken/Neobanken; bei klassischen Filialbanken selten oder kostenpflichtig |
| Für wen sinnvoll | Wer Rücklagen, Fixkosten oder Sparziele trennen will, ohne ein zweites Konto zu eröffnen |
Die drei wichtigsten Punkte zu Unterkonten
1. Nicht jedes Unterkonto hat eine eigene IBAN
Das ist der wichtigste Unterschied zwischen den Angeboten, und Vergleichsportale erwähnen ihn oft nur im Kleingedruckten. Bei C24 (bis zu vier „Pockets“), N26 („Spaces“, bis zu zehn) und bunq (bis zu 25 Unterkonten) bekommt jedes Unterkonto eine eigene IBAN – Gehalt, Miete oder Daueraufträge lassen sich also direkt darauf leiten. Bei anderen Anbietern, etwa den Savings-Pockets von Trade Republic, sind die Unterkonten dagegen reine interne Töpfe ohne eigene IBAN: Geld lässt sich zuordnen, aber niemand kann direkt darauf überweisen (Stand: Juli 2026, Angebote ändern sich).
2. Nicht jede Bank bietet überhaupt echte Unterkonten
Einige der bekanntesten Direktbanken haben hier eine Lücke: Bei der DKB lässt sich zwar problemlos ein zweites Girokonto eröffnen, das ist dann aber ein komplett eigenständiges Konto mit eigenem Kontovertrag – kein Unterkonto im engeren Sinn. Wer gezielt nach dieser Funktion sucht, sollte also nicht von der Größe oder Bekanntheit der Bank auf das Vorhandensein von Unterkonten schließen, sondern das Feature explizit prüfen.

3. Die Karte bleibt an das Hauptkonto gekoppelt
So granular Unterkonten die Kontoführung auch machen: Eine eigene Karte gibt es dafür in der Regel nicht. Girocard oder Debitkarte beziehen sich weiterhin auf das gesamte Konto beziehungsweise das Hauptkonto. Bei einigen Apps lässt sich immerhin einstellen, dass eine Kartenzahlung gezielt zulasten eines bestimmten Unterkontos verbucht wird – das ersetzt aber keine physisch getrennte Karte und ist von Anbieter zu Anbieter unterschiedlich ausgestaltet.
🏦 Unterkonto mit eigener IBAN
Empfängt Überweisungen direkt
Geeignet für: Miete, Gehalt-Splitting, Kaution
Anbieter: z. B. C24, N26, bunq
Wirkt wie: eigenständige Bankverbindung
📦 Interner Topf ohne IBAN
Nur intern per App verschiebbar
Geeignet für: Sparziele, mentale Budgetierung
Anbieter: z. B. Trade Republic Savings-Pockets
Wirkt wie: Kategorie, nicht wie eigenes Konto
Der häufigste Fehler
Viele Vermieter verlangen ein separates, zugunsten des Vermieters verpfändetes Kautionskonto – ein rechtlich definiertes Konstrukt mit eigenem Pfandrecht, das die Bank ausdrücklich als solches führt. Ein normales Unterkonto, egal ob mit oder ohne eigene IBAN, erfüllt diese Anforderung meist nicht, auch wenn es „Kaution“ oder „Miete“ genannt wird. Der Fehler fällt oft erst beim Auszug auf, wenn der Vermieter auf ein echtes Kautionskonto besteht und das selbst eingerichtete Unterkonto nicht anerkennt. Wer die Kaution über ein Unterkonto zurücklegen will, sollte das explizit mit dem Vermieter klären oder gleich ein spezielles Mietkautionskonto eröffnen.
Die Konditionen
Bedingung für Kostenfreiheit: Bei den meisten Direktbanken ist die Einrichtung technisch simpel und deshalb kostenlos, unabhängig vom Kontomodell. Bei klassischen Filialbanken wie Sparkassen oder Volksbanken kann für ein zusätzliches Unterkonto dagegen eine monatliche Gebühr im niedrigen einstelligen Bereich anfallen.
Inaktivitätsgebühr: Manche Institute berechnen eine Art Leergebühr, wenn ein eingerichtetes Unterkonto dauerhaft nicht genutzt wird – in der Praxis meist ein niedriger einstelliger bis knapp zweistelliger Betrag pro Jahr. Diese Regelung ist nicht branchenweit einheitlich und steht im Preis- und Leistungsverzeichnis der jeweiligen Bank.
Anzahl und Verwaltung: Die Obergrenze reicht je nach Anbieter von einem einzigen bis zu 25 Unterkonten. Manche Banken erlauben die Einrichtung direkt in der App oder im Online-Banking, andere verlangen einen formalen Antrag, in dem das Unterkonto vermerkt wird.
Verzinsung: Unterkonten sind selbst nicht automatisch verzinst. Wo eine Verzinsung angeboten wird, ist sie meist an das Hauptkonto oder ein verknüpftes Tagesgeldkonto gekoppelt, nicht an das einzelne Unterkonto.
Deine Checkliste für Unterkonten
IBAN-Fähigkeit prüfen
Kläre, ob das Unterkonto eine eigene IBAN bekommt oder nur ein interner Topf ist – das entscheidet, wofür du es nutzen kannst.
Inaktivitätsgebühr ausschließen
Frag im Preis- und Leistungsverzeichnis nach, ob ein ungenutztes Unterkonto Kosten verursacht, bevor du mehrere anlegst.
Daueraufträge bewusst zuordnen
Richte Miete, Sparraten oder Fixkosten gezielt auf das passende Unterkonto ein, statt alles über das Hauptkonto laufen zu lassen.
Kaution nicht mit Unterkonto verwechseln
Für die Mietkaution ein echtes, verpfändetes Kautionskonto nutzen – ein normales Unterkonto reicht dafür in der Regel nicht.
Zugriff bei Gemeinschaftskonten klären
Prüfe, ob alle Kontoinhaber gleichermaßen auf die Unterkonten zugreifen können oder nur der Hauptinhaber.
Unterkonten im Vergleich
| Kontomodell / Anbieter | Unterkonten verfügbar? | Bedingung / Anmerkung |
|---|---|---|
| C24 Girokonto | ✅ | Bis zu 4 „Pockets“ mit eigener IBAN |
| N26 | ✅ | Bis zu 10 „Spaces“, je nach Tarif eigene IBAN |
| bunq | ✅ | Bis zu 25 Unterkonten mit eigener IBAN |
| DKB | ❌ | Kein echtes Unterkonto, nur separates Zweitkonto möglich |
| Trade Republic (Savings-Pockets) | ⚠️ | Interne Töpfe ohne eigene IBAN |
| Klassische Filialbank (Sparkasse/Volksbank) | ⚠️ | Teils möglich, oft mit monatlicher Zusatzgebühr |
Häufige Fragen zu Unterkonten
Was ist der Unterschied zwischen einem Unterkonto und einem Tagesgeldkonto?
Ein Tagesgeldkonto ist ein eigenständiges Produkt, meist mit Verzinsung, aber eingeschränkten Zahlungsfunktionen. Ein Unterkonto ist dagegen Teil des Girokontos und funktioniert – je nach Anbieter – wie ein vollwertiges Mini-Girokonto ohne separate Kartenfunktion.
Kostet die Einrichtung eines Unterkontos etwas?
Bei den meisten Direktbanken ist die Einrichtung selbst kostenlos. Eine Gebühr fällt eher an, wenn ein Unterkonto längere Zeit gar nicht genutzt wird, oder bei klassischen Filialbanken, die dafür eine monatliche Zusatzgebühr berechnen.
Wie richte ich ein Unterkonto konkret ein?
- 1
Prüfen, ob die eigene Bank überhaupt echte Unterkonten mit eigener IBAN anbietet – nicht jede Direktbank tut das. - 2
Unterkonto in der App oder im Online-Banking anlegen; bei manchen Instituten ist stattdessen ein formaler Antrag nötig. - 3
Bearbeitung erfolgt meist sofort bei App-Einrichtung, bei Antragsweg innerhalb weniger Werktage. - 4
Nach Einrichtung die IBAN des Unterkontos kontrollieren und, falls gewünscht, gezielt für Daueraufträge oder Gehalts-Splitting hinterlegen.
Wie viele Unterkonten kann ich eröffnen?
Das ist von Bank zu Bank unterschiedlich geregelt. Manche Institute begrenzen die Zahl auf ein einziges Unterkonto, andere erlauben mehrere bis hin zu zweistelligen Größenordnungen. Ob die Einrichtung in der App selbst oder nur über einen Antrag möglich ist, hängt ebenfalls vom Anbieter ab.
Kann ich meine Girocard oder Debitkarte direkt einem Unterkonto zuordnen?
Eine eigene, physisch getrennte Karte gibt es für Unterkonten in der Regel nicht – anders als bei Zusatzkarten zu einer Kreditkarte, die weiterhin nur eine zweite Karte zum selben Konto sind. Einige Banking-Apps erlauben aber, einzelne Kartenzahlungen gezielt einem bestimmten Unterkonto zuzuordnen; das ist Ansichtssache der jeweiligen App und keine feste Karten-Kontobindung.
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