
Die Banking-App zum Girokonto ist so gut wie immer kostenlos – die eigentliche Entscheidung fällt bei der Wahl des TAN-Verfahrens. Wer Banking-App und TAN-Freigabe aus Bequemlichkeit auf demselben Smartphone bündelt, schwächt im Streitfall sogar die eigene Beweisposition gegenüber der Bank.
Laut Bankenverband nutzten 2024 bereits 84 % der Bankkunden in Deutschland Online- oder Mobile-Banking, Tendenz weiter steigend. Die App selbst ist praktisch nie das Problem – die Sicherheitsarchitektur dahinter aber schon, wenn sie unbedacht eingerichtet wird.
Zwei Apps auf einem Gerät sind bequemer als zwei Geräte – rechtlich zählt aber genau diese Trennung, wenn es im Streitfall um eine nicht autorisierte Zahlung geht.
| Merkmal | Angabe |
|---|---|
| Funktion | Mobile-Banking-App zum Girokonto mit TAN-Freigabe |
| Kosten pro Jahr (ca.) | 0 € – die App selbst ist bei allen relevanten Banken kostenlos |
| Typische Voraussetzung | Bestehendes Girokonto, Smartphone/Tablet, Online-Banking-Zugang |
| Größte Falle | Banking-App und TAN-App auf demselben Gerät schwächt die Beweislage bei Betrug |
| Bei welchen Kontomodellen üblich | Praktisch alle, bei reinen Direktbanken oft einzige Zugangsart |
| Für wen sinnvoll | Für praktisch jeden Kontoinhaber, unabhängig vom Kontomodell |
Die drei wichtigsten Punkte zur Banking-App
1. Mobile Banking ist längst der Normalfall, nicht die Ausnahme
Der Anteil der Bankkunden, die ihre Geschäfte online oder mobil erledigen, ist von 45 % im Jahr 2017 auf 84 % im Jahr 2024 gestiegen. Bei reinen Direktbanken und Neobanken ist die App ohnehin der einzige oder zumindest der komfortabelste Zugangsweg zum eigenen Girokonto – das klassische Schaltergeschäft spielt dort praktisch keine Rolle mehr.
2. Die Geräte-Trennung beim TAN-Verfahren hat echte rechtliche Bedeutung
Beim pushTAN-Verfahren wird die TAN in einer separaten App freigegeben. Ein Gerichtsurteil hat festgestellt, dass die Kombination aus Banking-App und TAN-App auf ein und demselben Smartphone kein echtes Zwei-Faktor-Prinzip mehr darstellt, weil beide Elemente über denselben Kommunikationsweg laufen. Das kann im Streitfall die Position der Bank schwächen, eine nicht autorisierte Abbuchung dem Kunden zuzurechnen – zugleich bedeutet es aber auch ein höheres Missbrauchsrisiko, wenn genau dieses eine Gerät in falsche Hände gerät.

3. Multibanking bündelt Fremdkonten – auf gesetzlicher Grundlage
Viele Banking-Apps zeigen heute auch Konten anderer Banken gebündelt an. Möglich macht das die europäische Zahlungsdiensterichtlinie PSD2, die Banken verpflichtet, Kontodaten mit Zustimmung des Kunden über gesicherte Schnittstellen an Drittanbieter freizugeben. Die Zustimmung muss dabei regelmäßig erneuert werden – ein technischer Vorgang, der bei plötzlich fehlenden Fremdkonten in der App oft die Ursache ist.
📱 TAN-App auf separatem Gerät
Höhere Sicherheit durch Geräte-Trennung
Von BSI empfohlen
Etwas weniger bequem im Alltag
Stärkere Beweisposition im Streitfall
📱 Banking- und TAN-App auf einem Gerät
Maximal bequem, alles an einem Ort
Bei Geräteverlust doppeltes Risiko
Kein echtes Zwei-Kanal-Prinzip mehr
Schwächere Beweisposition im Streitfall
Der häufigste Fehler
Das Zwei-Faktor-Prinzip beim Online-Banking lebt davon, dass Log-in und Transaktionsfreigabe über zwei unabhängige Kanäle laufen. Landen beide Apps auf demselben Gerät, genügt im schlimmsten Fall die Kontrolle über dieses eine Smartphone, um sowohl auf das Konto zuzugreifen als auch Überweisungen freizugeben. Bequem ist diese Lösung zweifellos – im Fall eines Betrugs kann sie aber sowohl das tatsächliche Risiko erhöhen als auch die rechtliche Position schwächen, wenn es um die Frage geht, wer für eine nicht autorisierte Zahlung haftet.
Die Konditionen
Kosten: Die App selbst ist bei praktisch allen Banken kostenlos, unabhängig vom Kontomodell. Kosten entstehen höchstens indirekt, etwa wenn eine Bank für den Ersatz eines TAN-Generators oder Ähnliches eine Gebühr verlangt.
TAN-Verfahren: SMS-TAN gilt inzwischen als veraltet und anfällig für SIM-Swapping-Betrug. Modernere Verfahren wie pushTAN, photoTAN oder App-TAN sind an ein bestimmtes Gerät gebunden und gelten grundsätzlich als sicherer – ihre Sicherheit hängt aber stark davon ab, ob Banking und TAN-Freigabe auf getrennten Geräten stattfinden.
Geräteübertragung: TAN-Verfahren werden bei einem Handywechsel nicht automatisch übernommen, sondern müssen auf dem neuen Gerät explizit neu eingerichtet werden. Das alte Gerät sollte erst nach vollständiger Einrichtung des neuen zurückgesetzt werden.
Multibanking und Datenzugriff: Wer Fremdkonten über Multibanking einbindet, erteilt einer Drittanwendung im Rahmen der PSD2-Regeln Zugriff auf Kontodaten. Diese Freigabe ist zeitlich befristet und muss regelmäßig erneuert werden.
Deine Checkliste für die Banking-App
Nur offizielle App-Stores nutzen
Banking-Apps ausschließlich aus dem Apple App Store oder Google Play Store laden, nie über Links aus Nachrichten.
Geräte-Trennung beim TAN-Verfahren prüfen
Erwäge, Banking-App und TAN-App auf zwei getrennten Geräten zu nutzen, wenn dir Sicherheit wichtiger ist als Komfort.
Biometrische Freigabe aktivieren
Fingerabdruck oder Gesichtserkennung statt gespeichertem Passwort nutzen, wo die Bank es anbietet.
TAN-Verfahren bei Gerätewechsel neu einrichten
Vor dem Zurücksetzen des alten Smartphones das TAN-Verfahren vollständig auf dem neuen Gerät aktivieren.
Multibanking-Freigaben im Blick behalten
Prüfe von Zeit zu Zeit, welchen Apps du Zugriff auf deine Kontodaten erteilt hast, und entferne nicht mehr genutzte Freigaben.
Banking-App im Vergleich
| Szenario | Über die App möglich? | Bedingung / Anmerkung |
|---|---|---|
| Kontostand und Umsätze abfragen | ✅ | Bei allen relevanten Banken Standard |
| Überweisung per Fingerabdruck freigeben | ✅ | Sofern die Bank biometrische Freigabe unterstützt |
| Fremdkonten anderer Banken einbinden | ✅ | Über Multibanking auf PSD2-Basis, Freigabe zeitlich befristet |
| TAN-Verfahren nach Handywechsel sofort nutzen | ❌ | Muss auf dem neuen Gerät zuerst neu eingerichtet werden |
| Banking- und TAN-App auf einem Gerät | ⚠️ | Technisch möglich, aber sicherheitsrechtlich schwächer bewertet |
| Login über SMS-TAN | ⚠️ | Bei vielen Banken noch möglich, gilt aber als veraltet und angreifbar |
Häufige Fragen zur Banking-App
Ist die Nutzung der Banking-App wirklich immer kostenlos?
Ja, bei praktisch allen relevanten Banken in Deutschland ist die App selbst kostenlos. Kosten können höchstens indirekt entstehen, etwa für den Ersatz eines physischen TAN-Generators bei manchen Filialbanken.
Ist Mobile Banking sicherer oder unsicherer als klassisches Online-Banking am PC?
Grundsätzlich gilt Mobile Banking als mindestens genauso sicher, teils sogar sicherer, weil biometrische Verfahren und Echtzeit-Benachrichtigungen zusätzlichen Schutz bieten. Entscheidend bleibt aber die Geräte-Trennung zwischen Banking-Zugang und TAN-Freigabe.
Was tue ich, wenn mein Smartphone mit der Banking-App verloren geht oder gestohlen wird?
- 1
Zugang sofort sperren: über den zentralen Sperr-Notruf 116 116 (aus dem Ausland +49 116 116) oder direkt bei der eigenen Bank. - 2
Falls möglich, das Smartphone aus der Ferne sperren oder löschen (Mobilgeräteverwaltung des Betriebssystems). - 3
Bei Diebstahl Anzeige bei der Polizei erstatten und das Aktenzeichen für die eigenen Unterlagen aufbewahren. - 4
Banking-App und TAN-Verfahren auf einem neuen Gerät neu einrichten, sobald ein Ersatzgerät verfügbar ist.
Kann ich mich in der Banking-App auch nur mit Passwort statt biometrischer Freigabe anmelden?
Bei den meisten Banken ja, biometrische Verfahren sind eine zusätzliche Option, kein Zwang. Aus Sicherheitssicht ist ein Fingerabdruck oder Gesichtsscan einem gespeicherten Passwort aber meist vorzuziehen, weil er sich nicht ohne Weiteres kopieren oder abgreifen lässt.
Was bedeutet es, wenn plötzlich ein Fremdkonto nicht mehr in der Multibanking-Ansicht erscheint?
Meist ist die zeitlich befristete Zugriffsfreigabe nach den PSD2-Regeln abgelaufen. In diesem Fall muss die Verbindung zum Fremdkonto in der App einfach erneut bestätigt werden, um die Anzeige wiederherzustellen.
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